WARNHINWEIS Die Deutsche Gemeinschaft für Anleger- & Datenschutz e.V. warnt ausdrücklich vor Anrufen in ihrem eigenen Namen. Vermehrt kommt es derzeit vor, dass Personen sich im Namen des DGD e. V. telefonisch melden und finanzielle Angebote unterbreiten. Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Verein keine telefonische Kundenwerbung betreibt. Daher warnen wir dringend davor, diese Offerten ernst zu nehmen oder mit diesen Anrufern in eine Geschäftsbeziehung zu treten. Gerne können Sie uns informieren, wenn Ihnen derartige Angebote in unserem Namen unterbreitet werden. Sie erreichen uns zu unseren telefonischen Beratungszeiten oder per Mail. Wir hoffen Ihnen damit Ärger und Attacken gegen Ihr Geld ersparen zu können und wünschen Ihnen alles Gute und Gesundheit.

John Alan (insolvent)/More Global PLC

Die Spatzen pfiffen es von den Dächern – die DGD e.V. hatte vermehrt darauf aufmerksam gemacht: Das Trauerspiel um die insolvente JohnAlan GmbH geht nun endlich in den letzten Akt. Biner Bähr, vor Jahren schon Insolvenzverwalter bei der TelDaFax, informierte mit Schreiben vom 15.09.2017 alle Gläubiger darüber, dass das Amtsgericht Düsseldorf das Insolvenzverfahren über die substanzlose JohnAlan GmbH eröffnet hat.

Besorgniserregend an Bähr´s Schreiben ist der Hinweis, dass Insolvenzgläubiger – falls überhaupt – nur mit einer ausgesprochen geringen Quote zu ihren Forderungen rechnen können. Da es sich bei fast allen Investitionen in der Vergangenheit um sogenannte „Partiarische Darlehen“ bzw. Nachrangdarlehen handelte, also Darlehen die bei einer Rückzahlung im Insolvenzfalle nachrangig oder benachteiligt behandelt werden, dürfte hier auch die letzte Hoffnung für die Gläubiger schwinden. Realistisch sollten Betroffene davon ausgehen, dass ihre Einlagen komplett verloren sind und die Investition in einem Totalverlust enden wird. War diese Entwicklung abzusehen? Aus unserer Sicht ja! Wir hatten bereits Anfang 2016 auf die angespannte Situation bei JohnAlan aufmerksam gemacht und auf die vermehrten Anzeichen, die dafür sprachen, dass das Unternehmen in Schieflage geraten war, hingewiesen. Besonders kritisch war daher auch der Versuch zu werten, durch aggressiven Telefonverkauf weitere Gelder für andere dubiose Vorhaben einzuwerben. Seit längerem taucht in diesem Zusammenhang der Name „More Global PLC“ auf, eine Firma mit Sitz im britischen Oxford. Anfangs wurde More Global als „Projekt“ der JohnAlan gehandelt, plötzlich war Sie die „Muttergesellschaft“ der schwer angeschlagenen Schuldnerin und sollte sowohl für die Anleger als auch für das Düsseldorfer Unternehmen der Retter in der Not sein. Das Prinzip war denkbar einfach und knüpfte an eine aktuell immer noch beliebte Masche an: Für wertlose Anteilsscheine der JohnAlan GmbH sollte es grosszügig und fast karitativ die dreifache Anzahl More Global Aktien geben. Allerdings wurde die Offerte bereits nach kurzer Zeit wieder verworfen. Mit der Begründung, dass einem solchen Transfer wohl Bedenken der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entgegen stehen könnten, forderte man die Betroffenen auf, Anteile der More Global direkt oder über obskure Vermittler und Vermittlungsangebote zu kaufen. Dabei handelte es sich natürlich um höchst attraktive Angebote zu nur kurzfristig verfügbaren Tiefstkursen – so zumindest die Verkäufer und Vermittler gegenüber den Anlegern.
Wer die parallele Entwicklung bei JohnAlan und More Global aufmerksam verfolgte musste feststellen, dass Führungskräfte, die vorher auf breiter Front versagten, nun als hoch qualifizierte Mitarbeiter gelobt wurden und die Führung der vermeintlich vielversprechenden jungen Firma übernahmen. Übrigens alle keine Unbekannten wenn es um Produkte des Grauen Kapitalmarktes geht. Grund zur Vorsicht gaben aber auch noch eine Reihe anderer Gründe. So bastelt die More Global seit fast 2 Jahren an einem, nach ihren Angaben, testierten und aufschlussreichen Jahresbericht für 2015. Trotz wiederholter Ankündigung gibt es bis heute keine annähernd verlässlichen Kennzahlen zum Unternehmen. Alle Versprechen, die während der Verkaufsgespräche gemacht wurden, bleiben damit nicht mehr als heisse Luft und Wunschdenken. Alleine das sollte Investoren von einer noch so geringen Investition abhalten. Darüber hinaus verweisen Verkäufer und Vermittler auf eine Börsennotierung der jungen Firma an der Swiss Exchange Group (SXI), der Schweizer Wertpapierbörse. Dort ist der Wert weder bekannt noch gelistet; dafür stellt ein ähnlich fragwürdiges Unternehmen, die Swiss Market Maker & Securities AG, sogenannte OTC – also nicht regulierte – Kurse. Diese, so Swiss Market Maker, werden durch „anerkannte Marktdatensysteme“ gestellt und publiziert. Wie die Kurse zustande kommen ist völlig unklar. Es kann davon ausgegangen werden, dass es keine reellen Angebots- und Nachfragestellungen gibt und die Kurse damit willkürlichen Einflüssen unterliegen und im Zweifelsfall auch in bestimmte, gewünschte Richtungen bewegt werden können. Interessant ist, dass Swiss Market Maker AG auf diese Weise auch den eigenen Kurs stellt und bewertet. Das solche Kurse nicht geeignet sind, um ein Unternehmen verlässlich zu bewerten, dürfte jedem klar sein. Das trotzdem Gelder, teils in nicht unerheblicher Höhe, in diese Gesellschaft flossen ist kaum nachvollziehbar. Mitglieder, die solche oder ähnliche Offerten erhalten, sollten sich dringend mit Fachberatern in unserem Hause in Verbindung setzen. Wir warnen an dieser Stelle vor einem beträchtlichen Spekulationsrisiko, das bis zum Totalverlust führen kann.

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