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Entrade 2.0 – Uhlig ist zurück

Lange war es ruhig um Julien Uhlig, den schillernden Entrepreneur, bekannte Größe des Grauen Kapitalmarktes und vermeintlichen Erfinder revolutionärer Energieerzeuger. Noch vor 6 Jahren, im Jahre 2015, pries Uhlig mit seiner damaligen Firma „Entrade Energiesystem AG“ ein, so Uhlig, revolutionäres Mini – Biomasse – Kraftwerk an, das in der Lage sein sollte, mobil überall eingesetzt werden und immerhin 22 kW Energie erzeugen zu können. Und das alles sollte durch das Verbrennen von Biomasse, die überall in Form verschiedenster (Bio)Abfälle vorkommt, erreicht werden. Da ein solches „Kraftwerk“ aufgrund seiner geringen Größe in jeden Schiffscontainer passen sollte warb Uhlig mit der Idee, diese Energieerzeuger überwiegend in Entwicklungsländern in Afrika und Asien zu vertreiben. Eine gute Idee; könnte man zumindest auf den ersten Blick denken. Das es sich bei diesem Projekt um ein sehr kostenintensives Vorhaben handelte, war wohl auch den Anlegern bewusst, die durch Vertriebsstrukturen und sogenanntes „Cold – Calling“ (also Anrufe bei den Betroffenen ohne deren vorherige Zustimmung, die übrigens zwingende Voraussetzung ist, um verbindliche Geschäfte und Abschlüsse anzustoßen) rechtswidrig zu Investitionen verleitet und überredet wurden. Trotz vieler Auftritte Uhlig´s, unter anderem auf Messen und bei verschiedenen Spartensendern im TV, blieb der wirtschaftliche Erfolg aus. Ob jemals Generatoren in nennenswertem Umfang produziert wurden ist bis heute unklar und konnte auch zu keiner Zeit durch die „Entrade“ nachgewiesen werden. Allerdings sahen sich die Investoren dank der katastrophalen wirtschaftlichen Situation der „Entrade“ schon nach kurzer Zeit mit weiteren Bitten nach frischem Geld und teilweise auch unverhohlenen Nachschussforderungen konfrontiert, die die Anleger aber in ihrer Mehrheit zurückwiesen. Damit war dann 2019 das Ende der „Entrade“ gekommen. Viele der zu Recht enttäuschten Anleger wandten sich an die DGD e.V., die mit Hilfe der von ihr vermittelten Fachanwälte Vergleiche oder Schadenersatzforderungen für die Geschädigten durchsetzen konnte. Darunter auch Urteile, die in Abwesenheit Uhlig´s gesprochen wurden, da dieser sich ganz offensichtlich nicht der deutschen Justiz stellen wollte.

Und nun ist Uhlig zurück. Und ja, Sie ahnen es bereits: mit einer neuen, revolutionären Idee für mobile Energiegeneratoren. Um seine Beteiligungen auf dem Grauen Kapitalmarkt anbieten zu können, hat Uhlig in Florida (USA) die Firma „Ex Zero Carbon, Inc.“ gegründet. Schaut man sich die in diesem Zusammenhang von Uhlig veröffentlichten Informationen genauer an, fällt auf, dass man wohl bewusst den Eindruck erwecken will, dass die Firma bereits seit Jahren besteht und über die notwendige Expertise verfügt. Tatsächlich wurde sie, laut US – amerikanischem Handelsregister, aber erst Ende Januar 2021 gegründet. Auch das „Büro“, in dem „Ex Zero Carbon, Inc.“ momentan residiert passt in dieses Bild: Es handelt sich um eine kleine Firma, die im Herzen Fort Lauderdale´s an wirklich jeden, gegen geringe Gebühr, Postfächer vermietet. So überrascht es ebenfalls nicht, dass Uhlig auf seien Werbeflyern eine Adresse aus Singapur verbunden mit einer Telefonnummer aus dem Sudan angibt. Auch die so „revolutionäre“ Idee seiner Energiegewinnung, so stellt Uhlig es wenigstens dar, ist bei Wissenschaftlern weltweit eher umstritten. Klimaneutral und ohne umweltbelastende Schadstoffe sei bei der geringen Größe der Uhlig´schen Zauberkisten keine Energie zu erzeugen. Übrigens ähneln die aktuellen Bauformen der Generatoren stark den damals durch die „Entrade“ vorgestellten und vermarkteten Stromerzeugern. Das, was einst unter den Bezeichnungen „E3“ und „E4“ die Welt erobern sollte, kommt heute mit ähnlichen Bezeichnungen daher: Die Kraftwerke „X5“ und „X50“ sollen es im Jahre 2021 besser machen. In den Werbematerialien der „Ex Zero Carbon, Inc.“ findet sich ausserdem der Hinweis von Uhlig, dass er die Zusage von nicht genannten Regierungen habe, das bisher über die Crowdfunding Plattform „Wefunder.com“ sowie durch Privatplatzierungen eingeworbene Geld (ca. 153.000 USD auf Wefunder, Stand 01.07.2021) zu vervierfachen. Eine völlig ungewöhnliche Art der Subventionierung durch staatliche Stellen, die auch nicht verifiziert werden kann. In Deutschland werden interessierten Investoren, wieder durch das sogenannte „Cold – Calling“ und kommerzielle Vertriebsstrukturen, Wandelanleihen auf „wefunder.com“ angeboten. Diese sollen zu einem bestimmten, späteren Zeitpunkt in dann wahrscheinlich wertlose Aktien der „Ex Zero Carbon, Inc.“ getauscht werden. Das Risiko dabei dürfte kaum zu übersehen sein und jeder sollte sich unbedingt die Frage stellen, ob es sich bei dieser Investition um eine echte Chance handelt oder, wie bereits bei der „Entrade“, lediglich um eine signifikante Kapitalvernichtung. Sollten Sie bereits Offerten oder konkrete Kaufangebote per Telefon erhalten haben, können sie sich jederzeit an unsere Fachberater wenden. Wir helfen ihnen gerne weiter.

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